Auf Twitter verbreitet sich die Empörung schneller: Beweise aus 44 Nachrichtenagenturen

Wenn es um Social Sharing geht, schlagen Doom-and-Düster-Tweets Sonnenschein und Regenbögen
Negativität verbreitet sich schneller als Positivität im Internet, und laut einer neuen Studie nutzen Nachrichtenorganisationen an beiden Enden des politischen Spektrums diese Tendenz auf Twitter.

Um zu testen, ob das ausgestrahlte Nachrichten-Sprichwort „Wenn es blutet, führt es“ im Bereich der sozialen Medien fortbesteht,Nathan Young und Andrea Bellovary von der DePaul University analysierten Anfang 2020 140.358 Tweets, die von 44 Nachrichtenagenturen gepostet wurden. Ein automatisiertes Sentiment-Analyse-Tool bestätigte ihre Vermutung: Negativität war etwa 15 Prozent häufiger als Positivität, und negative Tweets beschäftigten mehr Nutzer.

Vor 15 Jahren als Internetneuheit entstanden, haben Social-Media-Plattformen alles von der Demokratie bis hin zu menschlichen Beziehungen auf schwer zu überschätzende Weise verändert. Regierungen auf der ganzen Welt haben darüber diskutiert, wie die Beschimpfungen und Fehlinformationen auf Facebook und Twitter, die politischen Extremismus und Hassverbrechen anheizen, eingedämmt werden können. Angesichts des Reizes negativer Rhetorik gibt es keine einfachen Lösungen.

„Obwohl Menschen in den sozialen Medien im Allgemeinen viel mehr positive Inhalte produzieren, verbreiten sich negative Inhalte viel eher“, sagt Goldenberg.

Soziale Medien sind auch zu einem entscheidenden Kanal für Nachrichtenorganisationen geworden, die um Engagement konkurrieren müssen, um ihr Publikum zu vergrößern. In ihrem neuen Rapierund Young weisen darauf hin, dass 47 Prozent der Amerikaner sagen, dass sie über Twitter und andere Social-Media-Plattformen auf Nachrichten zugreifen. Ihre Analyse, die in einer kommenden Ausgabe von Affective Science veröffentlicht wird, legt nahe, dass Nachrichtenorganisationen, genauso wie Gewalt im Fernsehen die Zuschauerzahlen und Einschaltquoten erhöht, festgestellt haben, dass Negativität mehr Social-Media-Nutzer erreicht.

Förderung des Engagements mit Negativität
Sowohl rechts- als auch linksgerichtete Nachrichtenorganisationen nutzten Negativität, um ihr Publikum auf Twitter in etwa gleich häufig anzusprechen, und die Forschung zeigt keinen signifikanten Unterschied in der Leserbindung für negative Tweets. Obwohl das Team nicht speziell politische Inhalte verfolgte, sammelte es in den frühen Tagen der COVID-19-Pandemie Tweets, als die Krise und die Reaktion der Regierung darauf die Nachrichtenzyklen dominierten.Frühere Forschungen zeigen, dass sich Negativität in Kontexten am schnellsten verbreitet, in denen zwei oder mehr rivalisierende oder konkurrierende Gruppen beteiligt sind, in denen negative Emotionen eher vorherrschen. Die Polarisierung des amerikanischen politischen Diskurses, insbesondere in den letzten Jahren, ist ein Paradebeispiel dafür, obwohl unklar bleibt, inwieweit soziale Medien solche Spaltungen verschärft haben.

„Die Emotionen der Menschen gegenüber ihrer eigenen Gruppe sind in den letzten 50 Jahren konstant geblieben, während die negativen Emotionen der Menschen gegenüber der anderen Seite zugenommen haben“, sagt Goldenberg. „In den letzten fünf Jahren ist es das erste Mal in der US-Geschichte, dass die Negativität gegenüber der Fremdgruppe stärker ist als die Positivität gegenüber der eigenen Gruppe.“

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